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Maria Wiesmüller: Sissis Lieblingsrezepte

Veröffentlicht am 19.11.2018

Erschienen in der Reihe KOMPASS KÜCHENSCHÄTZE im eigentlich seit 50 Jahren vor allem für aktuelle, gps-genaue und benutzerfreundliche Wander- und Radkarten sowie Wander- und Skitourenführer bekannten KOMPASS Verlag (96 Seiten, € 6,95) sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen:

Was, so klein ist das Kochbuch (in der Tat gerademal 9,5 auf knapp 16 Zentimeter!)? Quasi hosentaschentauglich? Was soll denn da Gescheites drin stehen? Asche auf mein Haupt, das mir sowas überhaupt durch den Kopf schoss. Ich wurde ganz schnell eines Besseren belehrt! Hier steckt eine Menge kaiserlich-königliche Donaumonarchie drin. Sozusagen die kulinarisch-köstliche Doppelmonarchie.

Neben der kurzweiligen, mehrteiligen Einführung, die natürlich auch die wichtigsten Lebensstationen von Sissi nachzeichnet, laden zum Beispiel verschieden große Sichtkästen zu lukullischen Streifzügen auf den Spuren der vielgereisten Kaiserin durch den k. und k. Vielvölkerstaat ein – und führen (sehr oft unter dem Motto "Interessant für Sie") mit ihren Anekdoten doch immer wieder zu regionalen Produkten und Spezialitäten.

Manches der 90 ausgewählten Rezepte mag den Leser dabei erstaunen, ist doch bekannt wie Figur-bewusst die bis ins Alter gertenschlanke Kaiserin war und wie kalorienreich gerade so manche Süß- und Mehlspeise der Alpen-Republik sein kann. Doch leicht nachzukochende Anleitungen dafür finden sich in dieser Sammlung ebenso wie Backideen für Torten und Gebäck – aber auch Ideen für alles, was ein Mehrgang-Menü „kaiserlich“ (üppig) macht. Beilagen-Ideen und Zubereitungs- oder Serviertipps runden die einzelnen Rezepte ab, so dass man sich bis zum letzten Arbeitsschritt an die Hand genommen fühlt.

Einziges Manko, wenn man es denn überhaupt so bezeichnen will: Die Bebilderung ist der Buchgröße geschuldet sehr reduziert und beschränkt sich auf ausgewählte Gerichte. Aber ich gestehe: Manchmal schüchtern mich Rezeptfotos auch fast ein, wohlwissend, dass das bei mir am Ende nie so perfekt aussehen wird. Da kann ich mir noch so oft vor Augen halten, dass es dafür ja extra Food-Stylisten gibt, die das Essen für diese Aufnahmen besonders raffiniert und ansprechend in Szene setzen. Mogeleien inklusive. Man hat dann eben ein Bild vor Augen und meint, dahin kommen zu müssen. Das kann anspornend wirken, aber eben auch zu Frust führen. Von daher habe ich in Sachen Fotos nichts vermisst.

Mich persönlich verbindet mit Sissi ja ihre Liebe zu Ungarn, weswegen mein suchender Blick im Stichwortverzeichnis übrigens als Erstes auf diese ihre Lieblingsrezepte fokussierte. Ich wurde nicht enttäuscht: Ob Dobos-Torte oder Gundel-Palatschinken, Pörkölt (was unserem Gulasch entspricht) oder Halászlé (Fischsuppe … hm, ich erinnere mich an den Besuch des entsprechenden Festes in Baja, leider Jahre her) – meine Favoriten waren schon mal da, wunderbar! Denn ja, nach Budapest müsste ich unbedingt mal wieder. Und an den Balaton. Und in die Puszta. Leider muss im Moment reichen, dass ich mich gut angeleitet dorthin kochen kann.

Doch vorher ein Zwischenstopp in Wien. Mit Kaiserschmarrn zum Beispiel. Köstlich! Der wurde übrigens eigentlich extra für die Kaiserin kreiert. In Bad Ischl, so heißt es. Sie mochte ihn jedoch der Rosinen wegen nicht, dafür mundete er umso mehr dem Kaiser. Der Rest? Ist Küchengeschichte! Den Weg ins Büchlein hat sein Rezept trotzdem gefunden, obwohl er nicht wirklich ihre Leibspeise wurde. Naja, ob Sissi oder Franzl, da wollen wir mal nicht so genau sein …

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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