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Rüdiger Edelmann: 66 Lieblingsplätze und 11 Märchen. Kassel und Nordhessen

Veröffentlicht am 03.05.2015

Die einstige nordhessische Residenzstadt Kassel wird gerne mal hinter den sieben Bergen vermutet - und ab und an sogar nach "Hessisch-Sibirien" verlegt. Dazu ist zu konstatieren, dass hier oben in der Grimmheimat in der Tat Märchen allgegenwärtig sind, aber die Gegend längst nicht so frostig und fern der Welt ist, wie der despektierliche Beiname vermuten lässt. Ehrenwort. Ich war nämlich schon mehrfach dort - sowohl vor als auch nach Erscheinen von Rüdiger Edelmanns Kulturführer "Kassel und Nordhessen", der in der von mir sehr geschätzten Reihe "Lieblingsplätze entdecken" des Gmeiner Verlags erschienen ist. Weil es eben etwas andere Reiseführer sind.

Die jeweils 66 sehr persönlichen, ja schon essayistischen Erzählungen und 11 Extratipps kann man wunderbar in Häppchen lesen - und meint bei all ihrer Kürze doch immer, viel mehr als das eine beschriebene Thema erfahren zu haben. Vielleicht, weil es gar nicht mal nur einheimische Autoren sind, die hier schreiben, sondern auch  Zugereiste. Denn das verspricht den ein oder anderen neuen Blickwinkel, der es dem Reisenden (und Leser) leichter macht, sich dem beschriebenen Fleckchen Erde zu nähern. Wie das halt so mit der Erfahrungsbrille ist, durch deren Färbung manches anders scheint als es ist - und die abzusetzen uns nicht immer leicht fällt. Aber genau dann macht man die tollsten Reiseerfahrungen. Für die man nicht mal bis ans andere Ende der Welt fahren muss, wie diese "Reiseführer" zeigen.

Für "Kassel und Nordhessen" unterschreib ich jedenfalls so einiges; allen voran die liebevollen Schilderungen für die documenta-Stadt selbst, die eben nicht in den Jahren zwischen der großen Kunstschau in einen Dornröschenschlaf verfällt. Wer einmal im Sommerhalbjahr im UNESCO-gewürdigten Bergpark in Kassel-Wilhelmshöhe den Wasserspielen gefolgt ist, wird mich verstehen. Was für ein Stimmen- und Sprachgewirr, aus allen Ecken Hessens, Deutschlands und der Welt. Sie ist also nicht nur zur documenta zu Gast. Aber ich will gar nicht alles verraten, was beschrieben ist, sonst wäre der Lesespaß echt dahin. Gerade auch der "märchenhafte".

(c) S. Sahmer(c) S. SahmerDie eingestreuten lukullischen Tipps jedenfalls sollten unbedingt befolgt werden, gerade wenn es um jene köstlichen "Schmeckewöhlerchen" geht, wie der Nordhesse seine regionalen Spezialitäten gerne nennt. Allen voran natürlich die Ahle Wurst, die zwar wunderbar pur zu frischem Brot mit Butter schmeckt, aber eben auch mal "angerichtet" daherkommen kann - etwa als Carpaccio mit kleinem Salat. Selbst verzehrt bei einer "geschmackvollen" Recherche rund um die nordhessische Kultwurst in der Jausenstation Weißenbach am Fuße des Hohen Meißners. Sehr lange hat mein Direktimport in den Rheingau übrigens nicht vorgehalten... zu Riesling mundet sie nämlich auch gar trefflich.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Autor zur Verfügung gestellt.

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