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Sabine Fladung, Lydia Malethon: Neunundneunzig Mal Rheingau

Veröffentlicht am 03.05.2018

(c) Cocon Verlag(c) Cocon VerlagIn doppelseitigen Happen servierte Stadt- oder Regionenportraits mit einer kompakten Textseite plus einer ansprechenden Fotoseite liegen im Trend – und auch der Rheingau findet sich bereits in zwei etablierten Reihen derart dargestellt wieder:

Inzwischen auf weit über 200 Ausgaben ist die Themenreihe "111 Orte in XYZ, die man gesehen haben muss" des Kölner Emons Verlags angewachsen, von der ich denn auch HP Mayers "111 Orte im Rheingau, die man gesehen haben muss" bereits im Bücherregal stehen haben (16,95 Euro). Auch in der wunderbaren Reihe "Lieblingsplätze zum Entdecken" des Gmeiner-Verlags (vielen Lesern auch durch die Veröffentlichung regionaler Krimis bekannt) ist ein Band über meine Wahlheimat erschienen. Allerdings wartet Susanne Kronenbergs "Wiesbaden – Rheingau-Taunus – Rheingau. 66 Lieblingsplätze und 11 Winzer" (14,90 Euro) noch darauf, in meinen Haushalt und mein Bücherregal zu gelangen.

Dort, also in meinen Haushalt und Bücherregal, frisch eingetroffen ist dafür aber das zweite Buchprojekt der beiden Rheingau(er) Freundinnen Sabine Fladung und Lydia Malethon, deren Erstlingswerk "Rheingauer Küchengeschichten" (Cocon Verlag Hanau, 9,90 Euro) in Kochtöpfe und Bratenröhren guckte, in die nicht jeder schaut, weil dort kein Sträußchen hängt – so das "offizielle" Zeichen für eine Rheingauer Straußwirtschaft. Dort haben die beiden Autorinnen Köche und Kochbegeisterte zu Wort kommen, die sonst nicht gefragt werden. Der Untertitel "Lieblingsrezepte aus unserer Heimat" verrät es gleich, hier wird glücklicherweise nicht nur geplaudert … und ich habe es gern gelesen und auch schon mehrfach verschenkt.

Nun sind die beiden also erneut auf Streifzug durch ihre Heimat gegangen, wieder für den Cocon Verlag Hanau, diesmal für dessen "99 Orte-Reihe": Nach Gießen & Gießener Land, Offenbach, Mainz und Frankfurt wie im Film ist mit "Neunundneunzig Mal Rheingau. Orte, Menschen, Bilder, Geschichten" der nunmehr fünfte Band dieser Stadt- und Regionen-Portrait-Serie erschienen (14,80 Euro).

Auf 208 Seiten nehmen die zwei waschechten Rheingauerinnen den Leser zwischen Lorch und Wiesbaden darin ebenso kundig wie unterhaltsam an die Hand, zeigen das historisch gewachsene Kultur(wein)land in all seinen Facetten (samt Anekdötchen und Fakten) und geben obendrein allerlei Tipps zur kulturellen wie "lehrreichen" Freizeitgestaltung, für die schmackhafte wie trinkfreudige Einkehr oder zum Wandern zwischen Rhein und Reben. Herausgekommen ist ein bunter Erlebnisführer, der für Zugereiste und Reisende gleichermaßen allerlei bereit hält, was hilft, sich die Region besser zu erschließen und hier rascher "anzukommen". Ehrlich gesagt kam mir beim Schmökern sofort in den Sinn, dass das Büchlein das ideale Präsent für Neubürger, sprich Wahlrheingauer sei!

Aber auch immer wiederkehrende Tagesausflügler aus dem Rhein-Main-Gebiet machen nichts verkehrt, das Büchlein im Handschuhfach liegen zu habe – weil es eben nicht nur um berühmte Weingüter und Klöster, Aussichtspunkte und Events geht, sondern auch um manches am Wegesrand, das man sonst womöglich nie beachten würde (weil man es so auch nicht hier erwartet oder eben die Zusammenhänge bzw. Hintergründe nicht kennt). Man lernt obendrein allerlei Menschen kennen, die den Rheingau geprägt haben und/oder bis heute dafür sorgen, dass diese Region so einzigartig ist wie sie immer war (ob sie nun den Pinsel schwingen, den Zapfhahn bedienen, önologisch wie marketingstechnisch neue Wege gehen oder mit dem Pilgerstab unterwegs sind).

Kurzum: Auch ich als schon länger hier Beheimatete bin auf meine Kosten gekommen. Vor allem erwies sich das Büchlein als idealer Planungshelfer, was einem bevorstehenden Besuch, der erstmals in diesen wunderbaren Landstrich kommt, als Erstes zeigen. Und was für weitere Besuche aufheben und/oder als As im Ärmel zu haben. Und damit ich genug zum Parlieren habe, werde ich mir so manche Doppelseite noch mal kurz vorher flink zu Gemüte führen, damit ich auch nichts Falsches erzähle – ob es nun um Kappes oder Spundekäs geht, um Bettina oder Hildegard, WineBANK oder Weinerlebnis. Was sich dahinter genau verbirgt? Verrat ich nicht, selber lesen macht schlau! Und ausprobieren (orts)kundig.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt; vielen Dank an Lydia Malethon für die Vermittlung.

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