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Texterlei

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Vicki Baum: Menschen im Hotel

Veröffentlicht am 30.07.2015

Man kann Bücher lesen - oder vorgelesen bekommen. Ich mag beides - aber manche Bücher haben sich mir über den den Hör-Weg viel intensiver erschlossen. Und faszinieren mich immer wieder. So etwa Vicki Baums "Menschen im Hotel" in der Lese-Fassung der wunderbaren, leider viel zu früh verstorbenen Barbara Rudnik.

Bei jedem neuen "Wiederhören" erwacht das fiktive, in seiner Blüte stehende Grandhotel für mich von neuem zu seinem pulsierenden Leben im Berlin der nur scheinbar "Goldenen Zwanziger". Denn ob vor oder hinter den Kulissen, als Gast ober Gastgeber, hier hat jeder Charakter sein Päckchen zu tragen und versucht im Glanz des Hotels ein wenig mehr, besser, schöner, jünger, erfolgreicher oder was auch immer zu sein als er tatsächlich ist. Also eigentlich alles so wie im richtigen Leben. Jeden Tag. In jedem Hotel dieser Welt (wobei ich persönlich immer ein wenig das Adlon von annodazumal hier und ein bisschen Hotel Gellért dort vor Augen haben, wenn ich das Hotel für mich "auferstehen" lasse). Und entgegen der anfänglichen Worte seines fiktiven Dauerbewohners Dr. Otternschlag (das ist also keine Erfindung von Udo Lindenberg) - "Menschen kommen, Menschen gehen. Nie passiert etwas." -, passiert dort allerlei.

Wer lieber selbst liest - das Buch ist erfreulicherweise nach wie vor im Handel erhältlich, nicht nur über das moderne Antiquariat. Suchen muss man allerdings ein bisschen, wenn's um die Verfilmungen geht. Die Hollywood-Adaption von 1932 mit Greta Garbo als Ballerina Grusinskaya gewann gleich mal einen Oscar als "Bester Film", aber ich gebe der deutsch-französischen Fassung von Gottfried Reinhardt (1959) den Vorzug. Schon allein, weil er den Hoteldieb Baron von Gaigern so passend mit dem charmant-zynischen O.W. Fischer besetzt hat... Nicht zu vergessen: Friedrich Schoenfelder als Empfangschef!

Und so ist das Hörbuch "Menschen im Hotel" immer ein bisschen von allem für mich. Nicht nur die Worte von Vicki Baum und die Stimme von Barbara Rudnik, sondern auch meine eigenen Reise- und Hotelerfahrungen, dazu Erinnerungen an Geräusche und Gerüche, an Gesichter und Gespräche. Eben eine Mischung aus Realität und Fiktion. Genau das, was jeden Tag in den (Grand) Hotels dieser Welt ihren Zauber ausmacht.

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