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In New York ist alles möglich – auch auf dem Teller!

Veröffentlicht am 24.04.2019

Die Metropole an der US-Ostküste ist nicht nur für Citykundler ein Topziel, ob sie nun shoppen wollen oder chillen, Jazz lieben oder Klassik. Auch für Gourmets und Genießer ist die Stadt am Hudson River ein ideales Reiseziel, denn der Melting Pot bietet Schmackhaftes für jeden Gaumen und Geldbeutel.

Denn in Big Apple auf kulinarische Weltreise zu gehen ist kein Problem: Hier gibt es so viele Nationalitäten und Länderküchen, dass ein Aufenthalt wohl schwerlich reicht, um all die lukullischen Besonderheiten und leckeren Cross-over-Ergebnisse zu auszuprobieren New Yorks Speisekarte ist einfach sensationell multikulturell – wie ein Blick in die Regale für Kochbücher zeigt.

Die Stadt, die niemals schläft, steht halt niemals still. Noch nicht mal am Herd. Kein Wunder: Die geschäftigen New Yorker eilen stets von A nach B und sind (fast) immer mit einem Snack to go unterwegs, vor allem in Downtown und Midtown Manhattan. Wer es ebenso schnell, dabei obendrein gut bis gesund mag, ist vor allem in den viele Delis – den vielfältigen Delikatessen-Bars, die teils bis zu 24 Stunden ein frisches Speisenangebot offerieren – an der richtigen Adresse. Nichts, was es hier nicht gibt. Je nach Straßenviertel überwiegt mal die eine oder andere Länderküche oder es wird kombiniert, was der Herd und die Herkunft hergeben: Fusion Food hat in New York (s)eine Heimat gefunden.

Das wohl bekannteste Deli dürfte das legendäre Katz’s in der Lower East Side sein. Es eröffnete bereits 1888! Seit Meg Ryan dort als Sally vor Harry (gespielt von Billy Cristal) lustvoll ihren Teller aufaß, ist es bis heute eines der bestbesuchten der Stadt. Und der Satz "I'll have what she's having." laut American Film Institute eines der 100 besten Filmzitate aller Zeiten. Dabei hatten die beiden noch nicht einmal typische New Yorker Delikatessen bestellt. Waldorf Salad zum Beispiel, Eggs Benedict oder ein New York Strip Steak. War da nicht was mit Salat … und dem Dressing auf einem Extra-Teller? Für mich zwar unvorstellbar, aber jedem das seine. Doch der Film ist längst Kult, auch und gerade wegen dieser Szene. Er kam übrigens im Sommer 1989 in die amerikanischen Kinos. Das ist dann nun auch schon 30 Jahre her. Wie dei Zeit vergeht ...

Noch fehlt mir ja leider die persönliche Erkundung New Yorks, warten weiterhin Empire State Building, Statue of Liberty, die 42nd Street, das Guggenheim Museum, der Central Park und anderes mehr darauf, von mir erobert zu werden. Das wird schon noch.

Aber schmökernd war ich bereits oft dort. Zuletzt wieder mit tollen Kochbüchern, denn in solchen entdecke ich gerne die Welt. Nicht unbedingt, weil ich die Starköchin schlechthin wäre, das ehrlich gesagt nicht; aber weil man mit ihnen meistens hervorragend verreisen und nicht nur in fremde Küchen eintauchen kann.

Kurz: Kochbücher, die über den Tellerrand hinausschauen, finde ich einfach lesenswert.

New York Breakfast beispielsweise (Christian Verlag, € 24,99) lädt zum Frühstücken ein, obwohl die Stadt doch angeblich niemals schläft. 50 Ideen haben Isabel Hessmann und Maria Brinkop zu Papier gebracht und ins rechte Fotografenlicht gerückt, kapitelweise ergänzt um persönlich ausprobierte Hingeh-Tipps.

Ob die erste Mahlzeit des Tages dabei nur aus einem coffee to go (dem Kaffeekult ist extra ein Eingangskapitel gewidmet!) und einem Croissant wie in der legendären Anfangsszene von "Breakfast at Tiffany's" besteht, das Ganze eher ein Brunch werden soll oder Superbowls gefragt sind, hier findet jeder seine Schlemmerei – von zuckersüß (etwa Cookies) bis megagesund (Brokkoli-Brot), von klassisch (Pancakes) bis trendy (Shakshuka) und von bissfest (Bagels) bis trinkbar (Smoothies).

In den eingestreuten Tipps geht es stets praktisch zu und die Rezeptnahmen sind – natürlich – auf Englisch, damit es beim nächsten Citytrip auch mit dem Bestellen gleich klappt.

Auch New York Foodtrends (GU, € 29,99) – im März gerade erst mit einem ITB Berlin BuchAward ausgezeichnet – bringt einen den Big Apple zum Essen nah und geht dabei noch der Frage nach: Heute schon probieren, was morgen alle essen?

Mit diesem Kochbuch wohl kein Problem! Denn in New York würden, so das Credo des Buchs, Tag und Nacht neue lukullische Trends geboren, zu Hypes hochgejubelt und dann in alle Welt exportiert: Von Grünkohl (der als Kale gleich viel hipper klingt) bis zur neuen Brotkultur, vom Cold Brew Coffee bis zu Buddha Bowls.

Foodbloggerin Sonja Stötzel ist dafür tief in die Gastro-Szene von Big Apple abgetaucht, hat mit Köchen und Foodtruckern ebenso gesprochen wie sie sich durch die Speisekarten von angesagten Restaurants und Cafés probiert hat. Der Leser stromert mit ihr in zehn Stadtviertel-Kapiteln von Midtown über Williamsburg und Greenwich Village bis Queens und taucht jeweils in einen anderen Koch-Trend ein – von Halal und Fusion Food bis Picknick und Farm to Table.

Bei manchen Rezepten verrät das persönliche Intro, in welchem Restaurant die Rezeptidee entstand. Der Hinweis "Trendrezept" verrät, womit man bei einer Essenseinladung punkten und gourmettechnisch die Nase ganz weit vorne hat! Sogar, wenn man selbst noch nicht persönlich da war …

Wem an diesem Buch die Rumstromerei gut gefallen hat, der sollte beim nächsten Stopp in der Buchhandlung seines Vertrauens noch mal bei den „normalen“ USA-Reiseführern Ausschau halten nach New York to go: Mit Insidern Big Apple entdecken (Knesebeck Verlag, € 30,00). Auch dieses Buch darf sich mit einem ITB Berlin BuchAward 2019 schmücken

Der Untertitel "Der Insider-City-Guide" ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen. An die Hand genommen wird der Leser hier nämlich von ganz besonderen Menschen:

Big Apple Greeter besteht heute aus über 300 waschechten New Yorker, die Besuchern die Stadt auf privaten Spaziergängen – meist jenseits ausgetretener Touristenpfade – zeigen. Die Organisation wurde 1992 von Lynne Brooks als erstes Welcome Visitors-Programm inden USA gegründet. Spannende Sache, das!

20 davon stellen nun in diesem Guide für New York-Reisende in persönlichen Texten, stimmungsvollen Fotos und kurzen Interviews ganz unterschiedliche Ecken und Touren in "ihrem" Viertel vor. Gewürzt mit biografischen Details und Insider-Tipps kann man so den Big Apple gemeinsam mit Locals "anders" entdecken. Und ganz sicher auch den einen oder anderen lukullischen Tipp mitnehmen.

Die Kochbücher wurden mir als Rezensionsexemplare von den Verlagen zur Verfügung gestellt, "New York to go" geriet durch Zufall in einer der beiden Buchhandlungen meines Vertrauens in meine Blätter-mal-rein-Hände, als ich auf der Suche nach etwas ganz anderem war.

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