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Texterlei

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Marianne Salentin-Träger, Anja Jahn: Moodboards

Veröffentlicht am 17.04.2019

Fotos, Skizzen, Schlagworte oder Zitate ausschneiden und aufkleben – viele Menschen nutzen und schätzen die Kreativtechnik Moodboard (Irisiana Verlag, € 18,00). Marianne Salentin-Träger zeigt mit ihrem gleichnamigen Buch, ich zitiere mal die offizielle Inhaltsangabe und Pressemitteilung der Verlagsgruppe Random House GmbH, "welches Potenzial tatsächlich in diesem Tool steckt. Das täglich fokussierte Visualisieren der beruflichen, gesundheitlichen oder geistigen Ziele erzeugt eine enorme schöpferische Kraft. Diese lässt sich konkret nutzen, um sich das Leben zu erschaffen, das man sich wünscht."

Das klang für mich ehrlich gesagt etwas spröde und leicht sperrig – und bei weitem nicht so bunt und inspirierend wie das, was einen erwartet, wenn man das Paperback erst einmal in Händen hält und aufschlägt. Denn da kommt mit allerlei Portraits und Moodboards, Hintergründen und Anregungen daher.

Man merkt schnell, dass es ein sehr persönliches Buch ist – und das kann ich nicht nur sagen, weil ich Marianne Salentin-Träger seit vielen Jahren persönlich kenne und lange Zeit mir ihr gearbeitet habe: Sie lässt alle Leser sehr nah an sich und den Auslöser für ihre Beschäftigung mit Moodboards ran, Hut ab. Doch genau dieses Aufheben von Distanz macht das Buch aus.

Dort hinein spielen auch die ergänzenden zwölf Portraits von ganz unterschiedlichen Menschen und Persönlichkeiten, mal bekannter, mal herrlich "normal", aus ganz unterschiedlichen Berufen und mit ganz verschiedenen Geschichten, in denen jeder Leser sich ein Stück weit wiederfinden kann. Und die mit ihrer bunten Mischung zeigen, wer kreativ seine Ziele "in Szene setzt", hat den ersten Schritt zur Lösung schon gemacht – ob es nun um Aufträge oder Karriereschritte, die eigene Gesundheit oder das Wohnlich machen des Heims geht.

Eins muss ich jedoch loswerden: Mit dem Layout bin ich nicht überall glücklich. Eine gute Idee finde ich das Highlighten kurzer Passagen – ganz so als hätte mir (und jedem anderen Leser) jemand, falls ich nur Zeit zum Querlesen hätte, die wichtigsten Passagen schon mal mit pinkem Textmarker angestrichen. Das verführt einen zwar auch, schnell von einer zur nächsten zu springen, aber: Gute Idee! Der Versuchung erliegen ist nicht sooo schlimm, doch es lohnt, ein anderes Mal mit mehr Muße Passagen nochmal nachzulesen. Etwa die Seiten über "Die Kraft der Bilder" und dass der Mensch schon seit alters her gerne damit/darüber kommuniziert hat (nicht nur heutzutage in Emojis).

Doch warum bestimmte Kernaussagen und Zitate, die bereits plakativ, sprich dick und fett und teils singulär auf einer Seite stehen, nochmal unterstrichen werden müssen, erschließt sich mir nicht. Das war mir dann der Hervorhebung doch too much. Die Geschmäcker sind eben verschieden …

Den Lesespaß und die Inspiration hat es jedenfalls nicht getrübt. Und wer jemanden kennt, der nicht so recht weiß, ob und wo eine Veränderung hinführen soll und wie sie in Angriff nehmen, der hat mit diesem Buch ein passendes Geschenk parat – denn schon das Ausschnippeln und Zusammensuchen der Einzelteile des Moodboards hilft beim sich Sortieren.

Ich erstelle solche Stimmungs-Collagen für mich vielfach nur in meinem Kopf, gerne morgens beim Walken am Rhein, wenn außer mir fast niemand am Fluss ist. Oft klärt sich so ganz vieles, auch wenn es anfangs kunterbunte Schlagwörter und Einzelbilder sind, die durch meinen Kopf geistern – und am Ende stelle ich dann doch fest: Der frühjahrsfitte Balkon sieht genauso aus, wie dort imaginär visualisiert. Und das Magazin hat genau die Gestalt angenommen, die ich beim ersten Brainstorming zu Themen und Autoren schon "irgendwie" als Collage im Kopf hatte. Aber bei der Vorbereitung von Reisen & Recherchen, da geht es auch bei mir genauso visuell zu, aus vielen Schnipseln & Co. entsteht ein Bild und letztlich mein Programm. Moodboards haben eben viele Gesichter.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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