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Wohlgefühlt      

Hier lässt es sich gut essen, prima schlafen und/oder wohltuend entspannen.

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Gelebte Inklusion: Das Alexianer Hotel am Wasserturm

Veröffentlicht am 20.09.2020

(c) Texterlei, S. Sahmer(c) Texterlei, S. SahmerManchmal darf’s einfach was anderes sein. In diesen infizierten Zeiten erst Recht. Also hatte ich mir für meine Städtereise nach Münster – ganz untypisch für mich, da ich es sonst am liebsten mittendrin und mit kurzen Wegen mag – eine Unterkunft draußen vor der Stadt ausgesucht. Im Grünen. Mit viel Platz. Und Besonderheiten. Im wahrsten Wortsinn.

So fiel meine Wahl auf das Alexianer Hotel am Wasserturm in Münster-Amelsbüren. Die knappe Viertelstunde Fahrt in die Innenstadt? Geschenkt! Schließlich ist es für einen Städte-Urlauber ja kein Problem, die üblichen Pendlerzeiten zu umgehen. Außerdem führen viele Wege in die Altstadt oder an den Aasee. Auch jenseits der "Rennstrecken" der Berufstätigen. Dafür hatte ich jedoch ein Domizil auf Zeit inmitten einer münsterländischen Parklandschaft und mit ebenso spannenden wie entspannenden Extras. Einen Park der Sinne etwa. Oder, noch besser: einen Garten der Stille. Und sogar ein kleines Kunsthaus. Also verschlug es mich über Nacht immer nah an den Dortmund-Ems-Kanal (an den ich es letzten Endes dann doch nicht geschafft habe).

Ok, normalerweise hätte ich gerne den erst neu entstandenem Sauna- und Entspannungsbereich im Nebengebäude des Hotels mit Dampfbad und Finnischer Sauna genutzt. Doch der ist aus Gründen des Infektionsschutzes derzeit geschlossen. Schade, denn sowas mag ich nach langen "Dibbeltagen", weil bei mir auch bei kurzen Städtereisen doch immer viele abgelaufene Kilometer proTag zusammenkommen – aber hej, was nicht ist, ist nicht. Und ja, natürlich steht am Hoteleingang ein Desinfektionsspender und gilt in den öffentlichen Bereichen Maskenpflicht. Auch an dieser Rezeption hat eine Glaswand Einzug gehalten und setzt man sich zum Frühstück oder Abendessen an eher karg anmutende Tische, weil sich so alles besser bzw. schneller desinfizierend reinigen lässt.

Und in Sachen Zimmerreinigung brauchte ich bei meinem Kurzaufenthalt nicht erst das Bitte-Ruhe-Schild raushängen, damit das House Keeping wirklich nicht täglich die Handtücher im Bad austauscht – denn mal ehrlich, wer wechselt die schon zuhause so oft? Der Hinweis, man würde in diesem Fall reisedauerbedingt aktuell auf die Zwischenreinigung verzichten, fand ich denn auch total ok und es kam meiner umweltbewussten Einstellung in Sachen Wäschereduktion entgegen. So bekommt man das Zimmer "gereinigt und gelüftet" und es ist so lange auch sonst niemand darin, so lange man dort wohnt. Ein adäquate Lösung in diesen Zeiten. Mein Bett mache ich daheim ja auch selbst und ich will nicht wissen, wie oft der Automatismus unterwegs schon zugeschlagen hat – sodass das Zimmermädchen später vermutlich irritiert in einem aufgeräumten Hotelzimmer stand. Ordentlich zum Trocknen aufgehängte Handtücher im Bad inklusive.

(c) Texterlei, S. Sahmer(c) Texterlei, S. Sahmer(c) Texterlei, S. Sahmer(c) Texterlei, S. SahmerWobei ich unverhofft die Chance hatte, eines der barrierefreien, rohlstuhlgeeigneten Zimmer zu bewohnen. Alles top gelöst, vor allem hinsichtlich Bodenbelag, "Rangierraum" für jede Rolligröße und Höhe der Boxspringbetten. Und das Bad war geradezu ideal mit großzügigem ebenerdigem Duschbereich sowie WC mit Stützgriff und angepasster Wachbeckenhöhe.

Nur beim Spiegel habe ich mich gefragt, wie man den als Rollifahrer nutzen soll – da wäre eine Kipplösung angesagt. Auch die Ablagefläche darunter hätte etwas mehr  "Tiefe" vertragen können. Ansonsten alles gut gelöst.

Ein bisschen holperte es beim Frühstücksbüffet, was aber zu 99 Prozent an den Gästen lag – nicht am Hotel oder Personal. Der Bereich ist derzeit aus Abstandsgründen immer nur für zwei Personen gleichzeitig zugelassen – an Wartenden vorbeieilen, wahlweise gleich im Pulk reingehen, weil man ja zusammengehört, alles erlebt. Es könnte ja nichts mehr da sein, wenn man "mit Abstand" und der Reihe nach seinen Teller füllt? Da konnte ich nur innerlich mit dem Kopf schütteln, wenngleich immerhin alle ordentlich mit Maske unterwegs waren. Denn für solchen Aktivismus gab’s keinen Grund. Das Büffet war frisch und köstlich, ständig wurde kontrolliert, ob noch alles soweit sauber und da ist: Zum Beispiel gab’s den exzellenten Kaffee einer Privatrösterei, da konnte man sogar den Kaffeeautomaten mit Spezialitätenauswahl links liegen lassen und sich getrost sein Isolierkännchen mit Filterkaffee servieren lassen (der sonst so gar nicht mein Fall ist). Die Backwaren aus der Alexianer Bäckerei? Gutes Brot wie es sein soll! Und so weiter und so fort. Bis hin zu regionaltypischen Pumpernickel und Stippmilch. Was will man mehr? So kann der Tag beginnen – denn auf Reisen vergesse ich untertags meist zu essen (es gibt ja so viel zu sehen), da starte ich dann gewöhnlich "ordentlich gefrühstückt", was im Alltag ganz gegen meine Art ist.

(c) Texterlei, S. Sahmer(c) Texterlei, S. SahmerWarum ich mich grundsätzlich für das Hotel am Wasserturm entschieden habe? Ich mag es, wenn alten Gebäuden neues Leben eingehaucht wird. Und: Es ist ein Inklusionsbetrieb, wo Menschen mit und ohne Behinderung miteinander arbeiten. Da mag dann mal der zuvorkommende Service etwas bedächtiger ausfallen – aber das stört mich nicht. In der Ruhe liegt die Kraft! Kein Wunder, dass man sich dem Verbund der EMBRACE-Hotels e.V. angeschlossen hat, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt eben gerade nicht in scheinbare Gewinner und vermeintliche Verlierer zu teilen.

Zudem war da noch das ganze Drumherum. Seit mehr als 800 Jahren kümmert sich die Brüdergemeinschaft der Alexianer um Menschen am Rande der Gesellschaft: Alte, Behinderte und (psychisch) Kranke. Das Alexianer Hotel am Wasserturm ist der jüngste von mehreren seiner Inklusionsbetrieben – und liegt inmitten des Alexianer Campus. Das bedeutet: Vor der Hoteltür liegen, ohne dass es dem Hotelgast groß auffällt, ein weitläufiger Klinikbereich, Behinderten-Werkstätten, (Reit-)Therapieeinrichtungen und und und. Führt das zu seltsamen Begegnungen oder fühlt sich das komisch an? Von mir ein klares: Nein! Denn so kommt man in den Genuss von so entspannenden Angeboten wie dem eingangs schon kurz erwähnten weitläufigen Park der Sinne, der eine bemerkenswerte Symbiose mit dem Campus-Friedhof eingeht, einem bewusst am äußersten Geländeende angelegten Garten der Stille und eben einem kleinen Kunsthaus.

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Zimmer mit Aussicht: Das im jaich Hotel Bremerhaven

Veröffentlicht am 07.09.2017

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerEs gibt sie, die Unterkünfte, wo man das Zimmer betritt und denkt: Angekommen! Weil man sich dort sofort wie "daheim" fühlt. Ohne Eingewöhnen, ohne Akklimatisieren, einfach so, von jetzt auf gleich. Einrichtung, Ambiente, Materialien, Details, alles ist stimmig. Als wäre es für einen maßgeschneidert worden. Man lässt alles fallen, macht das Fenster auf, betritt den Balkon, atmet durch, schaut sich um, alles ist gut. Als wäre man schon immer an diesem Flecken gewesen. Herrlich!

Sicher, ich habe schon viele Unterkünfte gesucht und gefunden, in denen ich mich wohlgefühlt habe. Aber ein bisschen wie zuhause, heimisch gar? Selten. In Bremerhaven ist es mir mal wieder passiert.

Es könnte an meinem Sternzeichen – Wassermann – liegen, dass mich die Küste schon immer etwas mehr gelockt hat als die Berge. Obwohl ich denen zuletzt oft den Vortritt gelassen habe, aber zugegebenermaßen immer jene voralpenländischen Ecken aufgesucht habe, wo es trotzdem genügend Wasser, sprich Seen, gab. Doch nun riefen endlich mal wieder Wind und Wellen, Ebbe und Flut. Und allerlei Museen, die sich allerlei Maritimen annahmen, ob es nun um Strände und Häfen, Waren oder Menschen ging. Fehlt nur noch die passende Unterkunft. Und die gebuchte passte, und wie!

c) S. Sahmerc) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerDenn mein Herz machte im im jaich Hotel Bremerhaven nicht nur bei der Zimmeraussicht einen kleinen Luftsprung. Vor dem bodentiefen Panoramafenster lagen, wie versprochen, zum Greifen nah der Deich und die Weser – Schlepper, Schiffe und Jade (die Wesermündung) inklusive. Einen kleinen Schritt auf den Balkon hinaus und minimalen Linksschwenk später lagen auch der Neue Hafen und die Havenwelten – Yachten, Auswanderer- und Klimahaus sowie Leucht- und Hafentürme inklusive. Wassermann, was willst Du mehr!?

Zugegeben, gerne auch diese Holzdielen, auf denen man gerne barfuß gehen kann, weil die sandigen Schuhe auf der Fußmatte an der Tür bleiben. Ein barrierfrei-modernes Duschbad, das man auch ohne Gardemaße problemlos nutzen kann (was bin ich schon in seltsame Duschwannen "geklettert"). Genügend Ablageflächen und Haken bzw. eine lange Polsterbank, auf der man alles griffbereit ablegen kann, was frau so braucht. Kostenfreies W-LAN, das nicht gleich auf Schneckentempo schaltet, weil der Zimmernachbar auch online geht – und last, but not least Küstenambiente ganz ohne Schiffsmodelle, Möwenfiguren & Co. Das geht? Ja!

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerStatt Schokolade grüßt hier auf dem Kopfkissen die Ahoi-Brause, statt einer Bibel liegt auf dem Nachttisch das Buch "Orkanfahrt" aus dem Ankerherz-Verlag und in einem Extraregalchen direkt neben dem Panoramafenster wartet griffbereit ein Fernglas von stattlicher Größe und Brennweite darauf, dass man sich echte Schiffe, Möwen & Co. ganz nah heranholt. So geht "Zuhause auf Zeit" – nicht nur für Wassermänner.

Zugegeben, beim Heraustreten aus dem Lift grüßt einen auf dem Flur die Leuchtschrift "Moin" und dort wie im Erdgeschoss, wo Rezeption, Coffeeshop und Frühstückraum fließend ineinander übergehen, hängt auch das ein oder andere Schiffsmodell/-bild an der Wand – vor allem aber hat man aus den auch hier bodentiefen Fenstern den Yachthafen im Blick! Denn Mensch, Marina und Meer gehören bei im jaich (nicht nur in Bremerhaven) konzeptionell untrennbar zusammen. Und offenbar auch herzliche Menschen, denn selten bin ich vom Empfang bis zum Zimmermädchen durchgehend so "warm" (nicht aufgesetzt) angestrahlt worden.

Dazu diese Lage! Denn vom Hotel aus hat man nicht nur eine tolle Aussicht, man ist auch in wenigen Gehminuten bei allen Bremerhaven Attraktionen: Deutsches Auswandererhaus, Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, Zoo am Meer, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Historisches Museum Bremerhaven ... alles ist gut erreichbar, während der Wagen auf den ausreichend vorhandenen Hotel-Parkflächen (dank Parkausweis kostenfrei) steht. Nur zum Alten Fischereihafen oder Kreuzfahrt-Terminal beim Columbus Cruise Center braucht’s ein paar Marschschritte mehr. Aber wer Mee(h)r will … läuft gerne ein bisschen mehr.

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Hofladen-Idylle: Die L‘Oasis de Hoffen

Veröffentlicht am 21.08.2017

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer (c) S. Sahmer Endlich wieder ein bisschen Elsass, endlich wieder ganz viel L'Oasis de Hoffen – und da es im letzten August regnete, war dieses Jahr, wie es sich gehört, wieder Sonnenschein und Wärme angesagt. Einfach nur herrlich!

Denn abgesehen von den spätsommerlichen Wetterkapriolen, die man nehmen muss, wie sie eben kommen, war bislang jeder meiner Sommer-Besuche in dem Fachwerkhäuschen mit seiner gewaltigen Scheune und all den schönen Ecken immer wunderbar entspannend, stets gastfreundlich und jederzeit köstlich! Und ich falle jedes Mal ein bisschen aus der Zeit bzw. vergesse diese ganz schnell: Im Hofladen kann man nachhaltig einkaufen (neben eigener Ernte gibt es etliches von regionalen Partnern, die von Mehl über Käse bis Honig allerlei zum Sortiment beitragen), in der Scheune auch feiern und kunstvoll stöbern und im dazugehörenden Gartengrundstück mit den alten Apfel- und Wallnussbäumen tierische Bekanntschaften machen.

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer (c) S. Sahmer (c) S. Sahmer(c) S. SahmerWieder einmal war mein Einkaufskorb daher gut gefüllt (Tipp: Das Gros im Onlineshop vorbestellen, in Sachen frisch-saisonales Gemüse dann noch ergänzend vor Ort schauen, was aktuell da ist und/oder frisch geerntet wurde!) und der Bauerngarten eine wohltuende Augenweide, in der man herrlich mit der Kamera rumstromern kann. Denn wen es interessiert, dem stehen dessen Pforten sehr gerne weit offen …

Wer im Elsass unterwegs ist, sollte daher ruhig mal in dem knapp 1.200-Seelen-Dörfchen mit seinen vielen Fachwerkhäuschen vorbeischauen – ich kann seine im wahrsten Wortsinne idyllische "Oase" als Stöber- und Einkaufstipp nur empfehlen. Auch wer am unteren Ende der Südlichen Weinstraße, etwa rund um Bad Bergzabern auf Tour ist, ist ebenfalls rasch dort – dem grenzenlosen Europa sei Dank.

(c) S. Sahmer (c) S. Sahmer (c) S. Sahmer (c) S. Sahmer Anders gesagt: Hofladen können viele. Mancherorts leider nur irgendwie. Aber Atmosphäre und Flair, das hat mit den jeweiligen Menschen zu tun. Und deren Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Und ihrem Gespür für Details, Stillleben, Tiere, Natur, gutes/regionales Essen. Von allem hat man in der L‘Oasis de Hoffen eine Menge. Und von Zeit zu Zeit auch köstlichen Gugelhupf – der hier dann extra frisch gebacken wird. Wenn er buchbar ist, fllink vorbestellen, mitnehmen, genießen: Einfach nur lecker!  Ich gestehe, dieser war der Kaffeebegleiter zum Plausch unter alten Freunden – aber ich hätte mir gerne einen mitgenommen, wenn er denn aktuell "Saison" hätte. Deswegen immer erst online schauen, dann offline in Ruhe einkaufen/abholen und daheim genießen.

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Wie bei Oma auf'm Sofa: Das Café Erni & Illi in Nierstein

Veröffentlicht am 13.08.2017

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerPech gehabt - die frisch gemachten Sandwiches waren verputzt, das Stück Kuchen, eine Donauwelle, die schmeckte wie bei (Groß-)Muttern mit Genuss verspeist (mit so richtig schön unregelmäßiger Schokoglasur obendrauf, mit nicht zu viel Creme, dafür top versunkenen leckeren Kirschen, also definitiv liebevoll selbstgemacht und vor allem schlicht direkt vom Blech angeboten) ... Da, erst da kam mir erst der Gedanke, doch mal ein Bild zu machen.

Vielleicht, weil ich zwar in die Generation Facebook, Instagram & Co. hineingewachsen, aber eben auch noch in der analogen Welt groß geworden bin. Damals, als jedes Foto noch insofern kostbar war, da die Verschwendung von Filmmaterial wohl bedacht (und teuer bezahlt) werden wollte. Da wurde noch nicht alles sofort fotogafiert und online kommentiert. Da hat man einfach Platz genommen, sich wohl gefühlt und es sich schmecken lassen. In Echtzeit. Ganz real. Mit zum Greifen nahen Menschen. Wo man bei einer guten Tasse Tee oder Kaffee so schön ins Plaudern kam. Und Selbstgebackenem. Torte vom Konditor oder Teilchen vom Bäcker? Das kam in meiner Kindheit selten auf den Tisch. Wenn, dann fiel Ostern sprichtwörtlich auf Pfingsten und war's was ganz besonderes, keine Frage. Aber egal wie toll es aussah und schmeckte, keine Konkurrenz für die Kuchen von (Groß-)Muttern. Nie!

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerUnd so, genau so, geht es einem im Café Erni & Illi im Winzerdörfchen Nierstein am Rhein. Der Marktplatz des rheinhessischen Weinörtchens hat definitiv gewonnen; an frischem Wind und köstlichem Backduft, an Lebenslust und süßen Kuchenträumen. In dem alten Haus waren früher eine Drogerie, dann ein Dessous- und schließlich ein HiFi-Geschäft. Heute leben oben die Besitzer und Gastgeber Claudia Baierl & Werner Bücheler - und unten lädt das Café Erni & Illi ein, quasi als großes Wohnzimmer der beiden (ein kleines Sofa hat's da tatsächlich, eine Stehlampe auch, zwei Sessel mit nostalgischen Couchtisch und eine gemütliche kleine Eckbank ebenfalls), benannt nach Claudia Baierls Oma und Opa. Erni & Illi sind nämlich die Kosenamen ihrer Großeltern Ernst & Ilse, die sich damals in der Konditorei der Oma kennen und lieben gelernt haben. Die beiden waren 64 Jahre glücklich verheiratet und Claudias Oma hat die Familie Zeit ihres Lebens immer mit ihren selbstgebackenen Kuchen verwöhnt. Das prägte. Nachhaltig.

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerDenn irgendwie steckt diese Liebe zu hausgemachten Kuchen immer in ihr. Doch wie es im Leben meist so ist, erst auf Umwegen landete die gebürtige Würzburgerin, die einen Abschluss als Diplom-Geografin hat und 13 Jahre lang als PR-Beraterin für Tourismuskunden arbeitete (aus diesen Zeiten kennen wir uns), in Nierstein. Seit 2014 lebt sie dort aus, wovon sie heimlich schon immer träumte: Backen, bewirten, andere (und damit sich) glücklich machen - wie ihre Oma. Mit hausgemachte Kuchen und Snacks (etwa herzhafte Quiches, weswegen das Café auch für all' diejenigen geeignet ist, die es nicht süß mögen), Kaffee und Bio-Tee in einem liebevoll eingerichteten Café.

Das mag auf den ersten Blick nicht durchgestylt wirken, manch einer würde vielleicht sagen zusammengewürfelt, aber ist doch mit Blick fürs Detail und Atmosphäre erzeugendem eingerichtet und harmoniert bestens. Eine herrliche Mischung aus Alt-Aufgearbeitetem und Neu-Hinzukombiniertem, aus Handarbeit und Handwerk. Mintgrün, weiß und grau dominieren als Farbe und sorgen für die große Linie, dazwischen bunte Akzente und auf den Tischchen Häkeldeckchen wie bei Oma und Zuckerdöschen & Väschen aus vergangenen Zeiten. Und die Kuchen? Die werden dem Gast auf jenen Sammelgedeck-Tellern serviert, die mich so an meine eigene Oma erinnern.

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerSonntags, an Fest- und Geburtstagen kamen sie bei ihr zum Einsatz. Was habe ich als kleines Mädchen mit Hingabe die Gedecke zusammengesucht und auf den Tisch gestellt. Und was gab's da immer so leckere selbstgebackene Kuchen (nicht zu vergessen vorher das Zugucken, "Helfen" und Knethaken-abschlecken!). Omas Mandarinenkäsekuchen vom Blech, Mamas Marmorkuchen aus der Springform mit einem winzigen Schuss Rumaroma im Schokoteig ... genauso fühlte sich ein Aufenthalt im Café Erni & Illi an. Bei usseligem Wetter nur drinnen, bei Sonnenschein auch draußen auf der Markplatz-Terrasse. Herrlich. Köstlich. Wie früher. Aber im hier & jetzt - und täglich frisch: Hinfahren, hinsetzen, genießen!

Geöffnet immer mittwochs bis montags von 9.00 bis 17.00 Uhr (das Turmfrühstück muss ich noch ausprobieren und dafür sollte man unbedingt, vor allem am Wochenende reservieren - für "normal" Kaffee & Kuchen sonst am Tag einfach so vorbeikommen), dienstags ist Ruhetag. Tipp: Auf Facebook gibt's fast täglich ein verlockendes Kuchenstück-Foto als Appetitmacher!

Hide-Away im Olivenhain: Romantik Hotel Cases de Son Barbassa

Veröffentlicht am 21.09.2015

(c) S. Sahmer(c) S. SahmerHier im Nordosten von Mallorca ist morgens um sieben noch die Welt in Ordnung. Und nicht nur dann. Denn Cases de Son Barbassa, dessen Herzstück ein Verteidigungsturm aus dem 16. Jahrhundert ist, ist eine überaus gelungene Mischung von alten Materialien und restaurierten Gebäudeteilen einerseits und zeitgemäßer Ausstattung und modernen Anbauten andererseits. Und liegt fernab von Ballermann & Co. - ein gelebter Beweis dafür, dass es auf der Deutschen liebsten Insel auch anders geht. Intimer, ruhiger, entspannter.

Hide-Away trifft es dabei genau, denn das nahe Capdepera gelegene Wohlfühlhotel, das zu den Romantik Hotels & Restaurants gehört, mit seinen nur zwölf Zimmern liegt quasi in einer Sackgasse. Seine Zufahrtstraße schlängelt sich in teils abenteuerlichen, da kaum einsehbaren Kurven durch Oliven- und Mandelbäumchenhaine, vorbei an alten Bruchmauern und schief in den Angeln hängenden Holztoren. Angekommen, dann ein Wow-Effekt nach dem anderen: weinumrankter gläserner Wintergarten (hier gibt's Frühstück und Abendessen), gläserner Wellness-Pavillon (versteckt im Garten zwischen Lavendelbüschen, Orangen- und Zitronenbäumchen), ein kleiner Pool mit hübschen Ruheliegen (deren flatternde Gardinen Schatten spenden), zudem ist keines der Zimmer wie das andere (aber alle haben die gleiche unnachahmliche Aussicht). Und dazu ein auf merksamer Service, eine grandiose Küche, entspannende Wellness-Anwendungen (klein, aber fein!) - und Natur soweit das Auge reicht.

(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. Sahmer(c) S. SahmerUnd drum herum 1.500 eigene Olivenbäumchen. Ein Teil ist noch zu klein, um geerntet zu werden, aber die anderen ergeben ein wunderbares grüngoldenes Öl - mild im Mund, pikant-würzig im Abgang. Da braucht es nur ein kräftiges Brot und etwas Salz, köstlich. Mein Tipp: Bloß nicht nur eine Flasche mitnehmen! Meine war viel (und ich meine viel!) zu schnell leer... Wenn die Möglichkeit besteht, im Hotel eine Öl-Probe mitmachen - und die zum Öl passenden Oliven gleich parallel mit verkosten. Einfach ein Genuss. Das Hotel bietet übrigens auch immer wieder tolle abendliche Wein-Events (Verkostung plus Menü) an!

Die Reise fand mit Unterstützung von Romantik Hotels & Restaurants statt.

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