Valbella Resort:
Ein Haus, viele Möglichkeiten und jede Menge Lenzerheide

7. Oktober 2026

Lenzerheide im Sommer? Ist das nicht ein reines Winterziel in Graubünden? Mit so einem Doppelskigebiet mit Arosa, wo Brettlfans voll auf ihre Kosten kommen? Und unter anderem Biathlon-Weltcups ausgetragen werden? Ich wurde eines Besseren belehrt: Denn ob im Sommer oder Winter, die Ferienregion Arosa Lenzerheide bietet heute zu jeder Jahreszeit aktive Erholung. Hier kann man jederzeit seinen "W.O.W."-Moment erleben, wie die Tourismuswerber ihre Region vermarkten. Als ganzjährige world of wonders nämlich, so ihr Slogan. Immer mehr Unterkünfte decken passend dazu die ganze Bandbreite an Gästebedürfnissen ab. So auch das Valbella Resort auf der Lenzerheide.

Von der Familienherberge zum Resort

Als das Vier-Sterne-Superior-Haus 2022 seine bislang wohl größte Umbauphase abschloss, hatte das Valbella Resort schon die eine oder andere Metamorphose hinter sich. Alles begann 1974, als es originär als Apparthotel öffnete. Damals bestand es lediglich aus einem einzigen Gebäude, dem heutigen Tgiasa Principala. Mit dem Bau des Tgiasa da Lenn samt Wellnessturm Tor da Lenn, erfolgte die nächste Transformation – und machte 2010 aus eins schon zwei. Da firmierte man längst als Valbella Inn. Direkt angrenzend an die bestehenden Gebäude eröffnet man 2013 schließlich das frühere Hotel Panorama als Tgiasa Fastatsch – und aller guten Dinge wurden drei.

Das Tolle daran? Alle drei Resort-Dependancen stehen fußläufig zueinander, alles wirkt organisch gewachsen, alles ist aus einem Guss. Und ist vor allem eins: nahbar und nachbarschaftlich. Denn das Resort liegt nicht abgeschirmt im Irgendwo jenseits des Dorfs Valbella, sondern mittendrin. Prachtvolle Zufahrt, großspurige Ausschilderung? Fehlanzeige! Weswegen ich fast die Einfahrt übersehen hätte. Und mir später das Hotelgelände umso begeisterter erlaufen beziehungsweise es umrundet habe – und teils quasi in Nachbars Garten stand.

So niedrigschwellig wie hier das Nebeneinander von Resort und Privathäusern ist, sind auch viele der größtenteils inkludierten Angebote der Hotelanlage selbst. Und die aufmerksamen Mitarbeiter gehen so offen auf den neu eingetroffenen Gast zu wie der ganze Komplex nach außen angelegt ist: Andernorts machen sie unter großem Tamtam aus Dörfern Hotels, hier gehen Hotel und Dorf unaufgeregt ineinander über. Und trotzdem sind die Grenzen klar, ist das Miteinander augenscheinlich von respektvoller Distanz geprägt – auch ohne Mauern und Zäune.

Zwischen Workation und Familienzeit

Überhaupt wirkt hier im Resort so vieles unaufgeregt, allen voran die herrlich entspannte Atmosphäre, obwohl man vor spektakulärer Bergkulisse steht (Stichwort world of wonders). Dazu beigetragen hat sicherlich 2022 das große Makeover des Haupthauses, Erweiterungen wie Naturbadeteich, Pool-Lounge oder auch das Adults-only-Restaurant "Premula" als neuen Teil des Hauptrestaurants "Capricorn" inklusive. Da wird schon der Anspruch klar, ganzjährig und für verschiedene Gästegruppen da zu sein – auch parallel. Denn es hat, natürlich, auch Skiraum und Co.

Das Resort ist heute für die einen Familienhotel, für die nächsten Sporthotel (neben Ski sind das auch Bikes), die Dritten buchen es als Wellness-Hotel. Und ja, sogar als Seminarhotel. Für Workation oder Bleisuretrips ist man ebenfalls gerüstet. Mit inzwischen mehr als 120 Zimmern und der einerseits übersichtlichen, aber zugleich auch ein Stück weit weitläufigen Resort-Struktur kann das Valbella Resort dabei alle diese unterschiedlichen Gästegruppen, wo nötig, sinnvoll trennen. Und doch alle "unter einem Dach" vereinen, obwohl es derer drei sind.

Dass das parallele Miteinander klappt, konnte ich an einem Sommertag im Juli feststellen – und habe meine 24 Stunden dort voll genossen. Nicht nur, weil es einer der wenigen Sommertage mit einer richtig frischen Nacht war: Dass das Gros der Gäste Familien mit Kindern waren? Kein Thema! Ruhige Ecken gab’s selbst unweit der hauseigenen Minigolfbahn und des Tennisplatzes, ob in coolen Hängesesseln oder in der chilligen Pool-Lounge. Großer Trubel beim Abendessen, wo man eindeutig erkennen kann, wo für Kids eingedeckt ist? Geschenkt! Ob vorweg beim Apéro in der Bar mit ihrem begehbaren Weinschrank oder beim Vier-Gänge-Menü im Adults-only-Bereich im Restaurant, ich erlebte entspannt Genuss pur. Und einmal mehr aufmerksam-offene Mitarbeiter.

Zwischen Tradition und Umweltbewusstsein

Schon vorweg hat mir übrigens gut gefallen, worauf man im Valbella Resort viel Wert legt – und dabei die Aufmerksamkeit auch auf Dinge richtet, die der Gast vielleicht nur am Rande wahrnimmt: Nachhaltigkeit, besser: Umweltbewusstsein, ist hier definitiv kein Schlagwort. Klar, dazu gehört auch, dass seit 2022 mit Luft-Wärme-Pumpen geheizt wird, die Photovoltaik, die auf dem Dach und an den Fassaden integriert ist, Strom liefert und in der Tiefgarage auch eine Ladestation für Elektroautos steht. Aber auch ganz viel anderes, sagen wir: Heimatverbundenheit. Tradition.

Alle Zimmer sind beispielsweise mit Lärchenholz ausgekleidet, dass auch draußen in den Wäldern allgegenwärtig ist. Ausgewählte Wände zieren dabei Bündner Muster ähnlich den Engadiner Sgraffiti. Und die Badezimmer sind aus Naturstein, nämlich Valser Quarzit, gefertigt. Einwegkosmetika sucht man vergebens, Einwegslipper ebenso. Und statt der kleinen Minibar auf dem Zimmer gibt es eine große pro Hotelflur, Zapfhahn für frisches Trinkwasser inklusive.

Sollte ich noch erwähnen, dass man diese "Weiterdenken" auch auf dem Frühstücksbüffet entdecken und sogar beim viergängigen Dinner bemerken kann? Nichts Abgepacktes und viele kleine Tabletts mit öfter frisch Nachgelegtem als zu viele Reste überzeugen morgens, kleinere Portionen mit der Option auf ein "Supplement" abends. Und letzteres sogar ohne Aufpreis. Kann man machen, muss man aber nicht, denn satt wird hier jeder. Zumal man obendrein stets die Wahl hat, dank den Kombinier- beziehungsweise Tauschoptionen zwischen Klassikerkarte (unter anderem mit Graubündner Spezialitäten wie etwa Capuns) und offiziellen Abendmenügängen. Ein Ansatz, der mir sehr gefällt.

Raus in die Lenzerheide zum Heidsee

Nach einem entspannten Frühstück und einer Runde Minigolf war nach dem Check-out noch Zeit für eine Runde um den nahe gelegenen Heidsee, der eigentlich schon zum Dorf Lenzerheide gehört. Okay, eigentlich wollte ich auch den dortigen Eichhörnchen-Wald sehen, wo sich an diesem Sommertag aber nur ein einziges gezeigt hat (es gibt im Netz etliche Beweisfotos, dass es dort wirklich viele gibt). Dafür war die Runde um den unteren See-Teil und über den kleinen Damm, der ihn in zwei Hälften teilt, sonnig, windfrisch und mit Berge-und-See-Schauen genauso, wie ich es mir erhofft hatte: Balsam für die Seele. Beim nächsten Sommerbesuch ist ein Abtauchen dort im Badi schon fest eingeplant. Und eine ganz große See(lauf)runde. Vor allem aber auch Wellness & more im Hotel.

Ganz zu schweigen davon, dass es auf der Lenzerheide noch eine Menge mehr zu erleben gibt. Wenn man länger bleibt als eine Nacht. Aber ich war halt – leider – auf einer Rundtour und der Anreisetag begann spät, weil ich zuvor in und um Bergün unterwegs war. Es blieb also keine Zeit, um etwa die Rothorn-Bahn nicht nur vom Zimmerbalkon aus zu beobachten, sondern auch zu nutzen. Oder einem der vielen Wanderwege zu folgen, deren Beschilderungen ich schon direkt am Resort ausmachen konnte. Doch wer weiß, vielleicht ist mein nächstes Mal auch im Winter? Dann gibt‘ s hier bestimmt auch vieles für alle wie mich, die im Winter nicht auf Skiern Pisten runtersausen wollen (oder im Sommer Pedale tretend Downhill-Strecken im Bike Kingdom Park).

Das Give-away des Valbella Resort beim Check-out verlängert mir derweil "duftend" die noch immer bergfrischen Eindrücke. Haptisch der kleine Zapfen, olfaktorisch das Raumspray mit "Bergfrische für zu Hause". Denn wie steht so richtig auf dem Grußzettel? "Erinnerung beginnt mit einem Duft." Noch so eine aufmerksam-offene Geste, die einen Hotelaufenthalt zu einem Zuhause auf Zeit macht. In dem Fall in den Bündner Bergen, im Valbella Resort auf der Lenzerheide.

Valbella Resort, Lenzerheide: Vorfahrt am Hautpgebäude Tgiasa Principala, die beiden anderen Gebäude liegen fußläufig daneben und/oder sind per Tunnel mit ihm verbunden.Valbella Resort, Lenzerheide: Blick über den Badeteich Richtung Tgiasa Principala, vom Trubel auf dem Minigolf- bzw. Tennisplatz direkt daneben merkt man dort nichts.Valbella Resort, Lenzerheide: Die Bar hat zwei "Gesichter", einen begehbaren Weinschrank (im Bild) und rückseitig eine offene Bartheke.Valbella Resort, Lenzerheide: Nachhaltigkeit ist eine Frage der Details; sogar die ausmalbaren Kindergedecke im Restaurant sind es, da abwaschbar und somit wiederverwendbar.
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